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DLG: Nach dem Milchpreistief: Auch Spitzenbetriebe leiden

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Agriculture & Food

Das kalkulatorische Betriebszweigergebnis (kalk. BZE)  fällt im Wirtschaftsjahr 2015/16, nach der dritten Tiefpreisphase in Folge, auch bei den DLG-Spitzenbetrieben schmerzlich und ernüchternd aus: Mit durchschnittlich -3,5 Cent/kg ECM hat dieses, trotz aller Bestrebungen die Verluste minimal zu halten, tiefe Spuren hinterlassen. Liquiditätslöcher sind die Folge, die es in den nächsten Monaten zu stopfen gilt.

Auffällig dabei: Der Verlauf des kalk. BZE mit seinen Hochs und Tiefs im Zeitraum 2006 bis 2010 spiegelt sich nahezu identisch im Zeitraum 2012 bis 2016 wider. Somit scheint sich der Milchzyklus in regelmäßigen Schleifen zu wiederholen.

Wie haben die Betriebe im vergangenen Wirtschaftsjahr auf das Milchpreistief reagiert? Dr. Stefan Weber von der LMS Agrarberatung Rostock, der federführend an der Auswertung der BZA-Ergebnisse mit beteiligt war, zeigt, dass die Betriebe das Milchleistungsniveau noch einmal deutlich angehoben und gleichzeitig die Produktionskosten um etwa 4 Cent verringert haben.

Dies ging jedoch nicht zu Lasten der Fitnesskennwerte: Lebenstagsleistung und Nutzungsdauer (der Abgangskühe) haben sich beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr erhöht und liegen im Schnitt bei 15,8 kg ECM/Lebenstag und rund 40 Monaten, ebenso haben sich die Tierarztkosten und die Reproduktionsrate verbessert.

Auch die Arbeitsproduktivität wurde gesteigert beziehungsweise wurden mehr Kühe bei gleicher Arbeitskraftausstattung gemanagt. Die größte Entlastung ergab sich im Wirtschaftsjahr 2015/16 durch den Wegfall der bilanziellen Quotenkosten.

Deutliches Verbesserungspotenzial sieht Weber hinsichtlich der Umsetzung einer auf den Betrieb abgestimmten Strategie zur Jungrinderaufzucht - dieser Produktionszweig werde nach wie vor zu stark vernachlässigt, da er sich nicht direkt liquiditätsseitig auswirke. Reproduktionskosten von unter 5 bis 6 Cent/kg ECM sollten hier angestrebt werden, die bereinigte Reprorate bei unter 30 Prozent sowie der Anteil der gemerzten Jungkühe bei unter 12 Prozent liegen. 

Welche Lehren es aus dem vergangenen Wirtschaftsjahr zu ziehen gilt sowie die detaillierten Ergebnisse des Betriebsvergleichs, können Sie in der aktuellen Ausgabe der DLG-Mitteilungen unter der Rubrik „Management Milch“ nachlesen.

Innerbetriebliches Controlling als Frühwarnsystem

Im Rahmen der Konferenz wurde die Bedeutung der Entwicklung und Etablierung eines innerbetrieblichen Controlling-Systems diskutiert, das eine permanente, zeitnahe Überwachung der Produktion erlaubt, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.

Das finanz- und produktionstechnische Controlling beschreibt dabei einen konsequenten Soll-Ist-Abgleich durch die Erhebung und Auswertung betriebsindividueller Kennzahlen, die im Vorfeld mit entsprechenden Zielwerten klar definiert werden müssen.

Josef Assheuer, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Sibylle Möcklinghoff-Wicke, Innovationsteam Milch Hessen, machen dabei deutlich, dass es kein System gebe, welches allen Anforderungen genüge, selbstständig arbeite und auch noch kostenlos zu haben sei. Controlling sei vielmehr ein Prozess, der sich durch permanente Nachjustierung und Weiterentwicklung dem Ziel einer allumfassenden Steuerung und Kontrolle nähere.

Controlling kann dabei in unterschiedlichen Zeiträumen (täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich) und Bereichen stattfinden. So werden beispielsweise auf dem Rischenhof der Familie Luerßen in Uthlede (NS) täglich die Gesundheit der Frischmelker mittels eines standardisierten Protokolls sowie die Arbeitsausführungen der Mitarbeiter kontrolliert. 

Wöchentlich erfolgt die Überwachung der Tiergesundheit, Fruchtbarkeit, Milchleistung, Futteraufnahme, des Kuhkomforts sowie die Berechnung des Kennwertes „Income over feed cost“ (IOFC), dem „Erlös nach Futterkosten“. Das Ergebnis gibt einen Überblick über die Futterkosten in Relation zu den Milcherlösen, womit die beiden Haupteinflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit zeitnah kontrolliert werden können.

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